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Warum manche Menschen von Beziehung zu Beziehung springen



Wir alle haben so jemanden wahrscheinlich im Freundes-und Bekanntenkreis… Beziehungs-Hopper! Menschen, die ohne Pause von einer Beziehung in die nächste springen, ohne „Leerlauf“, ohne Zeit zum heilen, zum reflektieren, zum… Verarbeiten?


Da steht der Expartner gefühlt noch mit gepackter Bücherkiste auf der Schwelle, und gibt sich mit dem oder der Neuen die Klinke in die Hand, weil zu dem Zeitpunkt bereits jemand neues da ist. Wer das noch toppen möchte, baut sogar das „Neue“ schon auf und bringt seine Schäfchen ins Trockene, ehe er das „Alte“ beendet. Denn, das Allein sein zu vermeiden, scheint oberste Priorität zu haben. Man slidet einfach von einer Beziehung in die andere, wie Bäumchen-wechsele-dich, nur mit Gefühlen verletzen.

Zum einen ist das natürlich nicht immer so „gesund“, aber oft steckt dahinter noch mehr als „nur“ die Angst vor dem Alleinsein.

Die Betroffenen brauchen eine Partnerschaft. Oft steckt dahinter ein verletztes Selbstwertgefühl, sie definieren sich über eine Partnerschaft. Vereinfacht könnte man sagen, sie sind nicht gut genug mit sich selbst befreundet, um sich auch exklusiv mal eine Weile nur selbst auszuhalten.

„Allein sein zu müssen ist das Schwerste, allein sein zu können das Schönste.“

Hans Krailslaimer

Je mehr man über diese weisen Worte nachdenkt, desto mehr merkt man: Der Hans hat es verstanden und hat absolut recht. In diesen wechselnden Konstellationen geht es nicht um die Nähe zu eben einer bestimmten Person - sondern ganz um die Nähe selbst. Nähe gibt Sicherheit und Ruhe, die man allein so eben nicht verspürt. Nicht verspüren kann.


Wenn man selbst entweder schon länger Single ist (weil man in den wichtigen Eigenschaften bei der Partnersuche keine Abstriche machen möchte, um nicht allein zu sein) oder eben schon lange liiert ist, kommt einem dieses Handeln schnell merkwürdig vor, man versteht nicht, was das soll. Wenn man aber mit dem Bäumchenwechseler befreundet ist, zeigt man Verständnis und nimmt möglichst unbefangen auch den 3. und 4. Partner mit zum Bowlen oder zum Cocktailabend. Weil das Freunde eben so tun. Das heißt nicht, dass man sich deswegen über die Konstellationen und dieses Hüpfen keine Gedanken machen sollte – oder dürfte. Und in der Regel kommt man drauf, es ist ein Symptom des Offensichtlichen, der besagten Angst vor dem Alleinsein. Nur: Woher kommt diese?

Oft werden Singles (auch und gerade Dauersingles) ein bisschen abgestempelt, schrullig, zuuuu anspruchsvoll, unrealistische Erwartungen, zu viele Disney-Filme geguckt, zu viele Macken etc.pp.

Wer nun natürlich 4 neue Partner in 2 Jahren präsentiert, KANN ja praktisch (in der Eigenwahrnehmung) nicht schrullig sein, bei so viel Auswahl ist man nicht der verbeulte Topf, auf den nix passt.

Als Grund Nr. 2 wäre eine tief verwurzelte Einsamkeit zu nennen. Ja, zu zweit ist alles schöner, sei es der Spieleabend, der Familienbesuch, Kino, Kochen, Fernsehabend – bei manchen ist der Wunsch danach aber eben überdurchschnittlich stark ausgeprägt. Es braucht einfach eine Person zum Anlehnen, Festhalten, für Romantik und eben diese fest gebundene Paarstruktur, wie Paare eben sind.

Auch die tickende Uhr sollte man nicht ganz außer Acht lassen in der Nennung von Gründen. Diese „Uhr“ ist bei weitem kein rein weibliches Phänomen, beide Geschlechter haben im Kopf oft eine gewisse Lebensplanung, mit spätestens 25 heiraten, mit spätestens 30 Kinder, mit spätestens 35 ab ins Eigenheim. Dann geht’s mit jedem Geburtstag ein Stück näher dem Abgrund entgegen und man merkt, dass das Leben eben das ist, was passiert, während man andere Pläne hatte. Und so sagt manch einem die kleine Stimme im Kopf, besser bald was neues zu finden, solange noch eine Chance besteht… Bevor man als ewiger Junggeselle oder alte Frau mit 15 Katzen endet. 😉


All diese Gründe, oder auch eine Kombination aus mehreren Gründen führen oft zu solchen gehüpften Beziehungen. Eine stabile Partnerschaft gilt -oft auch zu recht- als erstrebenswertes Lebensziel. Doch, ist es das auch um jeden Preis?

Jede Partnerschaft erfordert Kompromisse, aber: Hüpft jemand ständig von Beziehung zu Beziehung, macht also bei jeder neuen Bekanntschaft gleich Nägel mit Köpfen und plant Großes, ist die Zukunftsprognose für die neue Liebe meist zweifelhaft bis unwahrscheinlich. Auch wenn man nicht gern allein ist: Eine Pause mit Zeit für sich ist wichtig und gesund, um die letzte Beziehung zu verarbeiten, die eigenen Bedürfnisse zu überprüfen und wieder ganz bei sich anzukommen. Nur so lässt sich wirklich herausfinden, welche Eigenschaften und Merkmale ein potenzieller Partner fürs Leben haben sollte, damit sich die alten Probleme nicht einfach immer wieder wiederholen und die nächste Liebe wirklich eine Zukunft hat.


Wer immer von einer Beziehung in die nächste springt, ist eben häufig unzufrieden mit sich selbst, kann sich nicht annehmen und nimmt sich die Chance zu reifen und zu wachsen, also wirklich mit sich selbst ins Reine zu kommen – und macht sich und sein Lebensglück dauerhaft abhängig von einer anderen Person. Dabei ist es keine Schande, auch mal eine Weile Single zu sein, unabhängig und stark. Bis der Mensch kommt, bei dem wirklich alles passt.


Wie seht ihr dieses Thema?

Euer City Team

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